Veranstaltungen

Rückblick

2. Storytelling Camp Stuttgart: Unternehmensfilm und Fiction im Fokus

Das Institut für Angewandte Narrationsforschung (IANA) der Hochschule der Medien Stuttgart veranstaltete am Freitag, den 1. Dezember 2017 das 2. Storytelling-Camp Stuttgart. Wie im letzten Jahr fand die Veranstaltung im Rahmen der Filmschau Baden-Württemberg im altehrwürdigen Metropol-Kino Stuttgart statt und bot zahlreichen Teilnehmern – Medienprofis, Storytelling-Interessierten und Studierenden – die Möglichkeit sich über die neuesten Entwicklungen in den beiden Themenfeldern „Storytelling im Unternehmensfilm“ und „Fiction“ zu informieren. Nach der Begrüßungsrede von Prof. Dr. Alexander W. Roos, Rektor der Hochschule der Medien Stuttgart, führten die beiden IANA-Gründer und HdM-Professoren Prof. Dr. Michael Müller und Prof. Jørn Precht durch die Veranstaltung.

Storytelling im Unternehmensfilm
Als erster Referent zeigte der Storytelling-Experte Uwe Walter „Fünf Wege zu gutem Storytelling in Company Videos“ auf und demonstrierte diese sehr eindrucksvoll anhand zahlreicher akuteller Beispiele. Daran anschließend betonte Peter Schels in seinem Vortrag zum Thema „Content Videos: Unternehmensfilme als Teil der Customer Journey“ die Bedeutung von Imagefilmen für Unternehmen im digitalen Zeitalter. Hierzu zeigte er mehrere Imagefilme, die im Rahmen seiner Arbeit bei der Produktionsfirma al Dente Entertainment GmbH entstanden sind. Dass auch wenig populäre Themeninhalte effektiv und mitreißend in Unternehmensfilmen dargestellt werden können, demonstrierte Alexander Dieckmann, Bewegtbildredakteur bei der Techniker Krankenkasse, in seinem Vortag „Storytelling in der visuellen Unternehmenskommunikation der Techniker Krankenkasse“.

Fiction in Print und Bewegtbild
Im zweiten Themenblock beleuchtete Prof. Sibylle Knauss, bekannte Romanautorin und ehemalige Professorin an der Filmakademie Ludwigsburg, in ihrem Vortrag „Vergangenes vergegenwärtigen – Was sonst bedeutet Narration?“ die Möglichkeiten des charakterzentrierten Erzählen auf Grundlage ihrer eigenen Arbeit an einem Roman über eine Frauenfigur der Antike. Die Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer (Tatort, Soko Stuttgart etc.) gab spannende Einblicke in das „Schreiben für den Tatort“ sowie in ihre Adaption des Welterfolgsromans „Die Glasbläserin“. Die HdM-Professorin Prof. Dr. Eva Stadler stellte zuguterletzt unter dem Titel „Real or Fake – Wieviel Realität steckt in fiktionalen Produktionen?“ zahlreiche aktuelle Beispiele in der deutschen Serienlandschaft vor, die Bezug auf reale oder historische Ereignisse nehmen.


Rückblick

Narrative des Populismus: Erzählmuster und -strukturen populistischer Politik

Das Institut für Angewandte Narrationsforschung (IANA) der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) veranstaltete am Freitag, den 30. Juni 2017 die Tagung „Narrative des Populismus: Erzählmuster und –strukturen populistischer Politik.“ Neben einigen renommierten Wissenschaftlern aus den Bereichen Philosophie, Politik- und Medienwissenschaft, fanden sich auch eine Vielzahl politisch interessierter Gäste an der HdM ein und erörterten gemeinsam in Vorträgen sowie Diskussionsrunden die Narrative, Strategien und Merkmale populistischer Kommunikation und Weltanschauung in der Politik. Nachdem die Veranstaltung von Prof. Dr. Alexander W. Roos, dem Rektor der HdM, eröffnet wurde, übernahmen die beiden Gründer des IANA, Prof. Dr. Michael Müller und Prof. Jørn Precht die weitere Moderation und gaben den Gästen einen Überblick über das Programm sowie über die einzelnen Referenten und deren Vortragsthemen.

Als Keynote-Speaker fungierte der Philosoph und freiberufliche Autor Dr. Daniel-Pascal Zorn (Autor des Buches: Logik für Demokraten. Eine Einführung), der sich in seinem Vortrag auf die Vieldeutigkeit populistischer Phänomene sowie deren Eklektizismus als strategisches Element bezog. Im darauffolgenden ersten Themenblock „Die narrative Struktur populistischer Diskurse“ erläuterten Prof. Dr. Markus Arnold sowie Prof. Dr. Wolfgang Bergem die tragenden narrativen Diskurse der Demokratie bzw. die Bedeutungsgehalte und Beziehungen zwischen Narrativ, Diskurs sowie Volk und Populismus. Der zweite Themenblock „Mediale und politische Diskurse“ thematisierte zunächst in Person von Dr. Frank Gadinger das Aufkommen populistischer Narrative und die Vertrauenskrise unglaubwürdig gewordener liberaler Erzählungen sowie Lösungsansätze zur Auflösung des Antagonismus zwischen populistischen und liberalen Narrativen mittels verbindender Zwischenerzählungen. Danach referierte Prof. Dr. Friederike Herrmann über die unbewusste Etablierung latenter Erzählungen innerhalb öffentlicher Diskurse, die unbemerkt in Politikerreden und medialer Berichterstattung forciert werden und Deutungen oder Wahrnehmungen zu aktuellen Themen entscheidend beeinflussen können.

Im dritten Block „Guter und schlechter Populismus“ untersuchte Prof. Dr. Karin Priester in ihrem Vortag die narrativen Aspekte des Populismus in Geschichte und Gegenwart sowie die Rolle des Populismus als Ideologie und Strategie zum Machterwerb. Prof. Dr. Jens Borchert illustrierte zum Abschluss den Kern des Populismus im Sinne eines sozialwissenschaftlichen Begriffes und betonte, dass Populismus auch wichtige Kernanliegen der Demokratie aufgreift und zuspitzt und damit eine wichtige und positive Funktion gerade in hochkomplexen politischen Konstellationen wie der gegenwärtigen hat, gleichzeitig jedoch in seiner anti-institutionellen Grundhaltung immer auch eine hochproblematische Komponente aufweist. Zudem beleuchtete er den Hang zu eindeutigen „Gut-Böse-Erzählungen“, die jedoch der Ambivalenz populistischer Erscheinungen nicht gerecht werden können. Die Tagung bot neben den erwähnten Impuls-Vorträgen auch jeweils zum Ende eines jeden Themenblocks hin Platz für angeregte Diskussionen und regen Austausch zwischen Referenten und Auditorium.

 


Rückblick

Storytelling Camp Stuttgart im Metropol-Kino

Am 2. Dezember 2016 veranstaltete das Institut für Angewandte Narrationsforschung (IANA) der Hochschule der Medien Stuttgart im Rahmen der Filmschau Baden-Württemberg das erste Storytelling-Camp Stuttgart. Im altehrwürdigen Stuttgarter Metropol-Kino kamen renommierte Referentinnen und Referenten aus der Film- und TV-Branche sowie Koryphäen für Storytelling in der Unternehmenskommunikation mit Profis, Neu- und Quereinsteigern zusammen und reflektierten in zahlreichen Vorträgen, Workshops und Pitchings die aktuellsten Entwicklungen im Bereich Storytelling. Nachdem die Veranstaltung von Oliver Mahn, Festivalleiter der Filmschau BW, und Prof. Dr. Franco Rota, Prorektor der Hochschule der Medien Stuttgart, eröffnet wurde, übernahmen die beiden Gründer des IANA-Instituts, Prof. Dr. Michael Müller und Prof. Jørn Precht, die Einführung in die beiden Themenblöcke „Storytelling in Film und Fernsehen“ und „Storytelling in der Unternehmenskommunikation“, die auf zwei jeweils ausverkaufte Kinosäle verteilt wurden.

Als Schirmherr der Veranstaltung verwies der amerikanische Regisseur Roger Spottiswoode (u. a. „Bob, der Steuner“, ab Januar im Kino) in seiner Keynote auf die Wichtigkeit von Storytelling im gesellschaftlichen Diskurs. Dabei nahm er vor allem Bezug auf die gegenwärtigen politischen Ereignisse und die ihnen zu Grunde liegenden Narrative. In seinem nachfolgenden Vortrag berichtete er dann von unterschiedlichen Erfahrungen und Anforderungen, die er in der amerikanischen Filmindustrie im Vergleich zu Independent Produktion beobachtet hat. Im zweiten Drehbuchcamp-Block referierten Nicole C. Buck, Produzentin der ZDF-Serie „SOKO Stuttgart“ und Prof. Dr. Eva Stadler von der Hochschule der Medien über den derzeitigen Trend horizontaler Erzählstränge in bisher eher vertikal orientierten Formaten wie Krimi oder Comedy. Im Anschluss folgten diverse Kurz-Pitchings von Autorinnen und Autoren, die für ihre Konzepte von den beiden Referentinnen ein Feedback einholen konnten. Der Exkurs „Geschichte durch Geschichten“ mit Vorträgen zur Geschichtsvermittlung durch Storytelling wurde von Dr. Markus Speidel und Vesna Babic vom neuen Stadtmuseum Stuttgart sowie Heike Kramer von der Film- und Mediengesellschaft Baden-Württemberg (MFG) vorgetragen. Dabei stellten sie die interaktive Geschichtsplattform „Stuttgart Neu Erzählt“ vor. Die preisgekrönte Journalistin Eva-Maria Bast referierte über ihre stadtgeschichtliche Buchreihe „Geheimnisse der Heimat“. Zum neuesten Band „Stuttgarter Geheimnisse“ gab es zum Abschluss der Tagung auch eine Lesung im Kino-Foyer, zu der unter anderem die Stuttgarter Gemeinderätin Laura Halding-Hoppenheit und der ehemalige Oberbürgermeister, Prof. Dr. Wolfgang Schuster, beide „Geheimnispaten“ im Buch, erschienen.

Im Themenblock Unternehmenskommunikation erläuterte zunächst Petra Sammer, Autorin und Kreativdirektorin bei Ketchum Pleon, die wichtigsten Basics für die dramaturgische Umsetzung von Unternehmensfilmen. Anschließend wurde eine Storytelling-Kampagne am Beispiel der Siemens AG, vom Projektmanager Film bei Siemens, Frieder Sandel vorgestellt. Der dritte Block zur Unternehmenskommunikation mit Wolfgang Lanzenberger, Leiter der Regie bei ProSiebenSat 1 Produktion, beleuchtete alternative Konzepte und Herangehensweisen zum Unternehmensfilm. Auch zum Abschluss dieses Themengebiets konnten Teilnehmer ihre Konzepte und Entwürfe in kurzen Pitchings vorstellen und von den Referenten bewerten lassen.

Das Institut für Angewandte Narrationsforschung (IANA) bedankt sich bei allen Teilnehmern und Interessenten und freut sich bereits auf die nächste Veranstaltung.

Hier finden Sie den Flyer der Veranstaltung.


Rückblick

Tagung Das / Im Internet erzählen an der Hochschule der Medien Stuttgart am 11. Juni 2015

Gemeinsam mit dem Institut für Digitale Ethik (IDE) veranstaltete das IANA eine Tagung zur Narration des Netzes.

Das Internet beeinflusst nicht nur die individuelle Geschichte jedes einzelnen Nutzers, das Internet schreibt auch selbst Erzählungen über den Fortschritt, den Nutzen und die Gefahren, die mit der Digitalisierung für die Gesellschaft verbunden sind. Nicht selten haben diese Erzählungen utopischen oder dystopischen Charakter, wie z. B. die Narrative über Social Media und deren Funktion. Ob für wahr gehalten oder fiktional, Narrative des Internets erklären uns den „Sinn“ und „Wert“ der Digitalisierung und beeinflussen damit unsere Erwartungen oder Ängste, die wir mit diesem gesellschaftlichen Prozess verbinden. Zudem hat das Internet eine neue Form des Erzählens – z. B. digitales Storytelling – ermöglicht.

Erzählungen / Storytelling / Narrativität sind im Zusammenhang mit dem Internet in unterschiedlichen Kontexten relevant:

  • Konkrete „Erzählungen“ über das Internet und die Digitalisierung, die in den Medien thematisiert werden und die einerseits neue technische Entwicklungen beschreiben, andererseits aber vor allem ethische Fragen zur  Problematik des Datenschutzes, der Privatheit und im Zusammenhang damit der Identität des Menschen im Zeitalter der Digitalisierung behandeln.
  • Meta-Narrative über die Auswirkungen des Internets auf Politik, Gesellschaft und alltägliches Leben, z. B. die Geschichte von der digitalen Basisdemokratie der Wissensgesellschaft oder der Sharing-Society, aber auch dystopische Geschichten etwa von der allgemeinen Überwachung durch Algorithmen, der zunehmenden Kommerzialisierung etc.
  • Neue Formen des Geschichtenerzählens, die mit dem Netz und der Digitalisierung entstanden sind und unter den Stichworten „Transmedialität“ oder „Crossmedialität“ diskutiert werden.

Die Tagung wird sich mit diesen drei Aspekten von „Netz-Erzählungen“ beschäftigen. Zielpublikum der Veranstaltung sind neben Wissenschaftlern Film- und Fernsehmacher, Journalisten, Pädagogen und die interessierte Öffentlichkeit.

Im Anschluss an die Tagung wird um 18 Uhr der Medienethik-Award (META) zum diesjährigen Thema „Meta-Narrative des Internets“ verliehen.

Den Flyer zur Tagung finden Sie hier.

 


Rückblick

Der 11. Juli 2014 war der erste große Tag für das IANA:

Nach einer informativen Tagung zu

Erzählen in tausend Gestalten – Narration with a thousand faces

wurde das Institut für Angewandte Narrationsforschung an der Hochschule der Medien Stuttgart offiziell eröffnet. Prof. Dr. Michael Müller und Prof. Jörn Precht, die beiden Schöpfer und Leiter des IANA, stellten die Mitglieder des Instituts und seine thematischen Schwerpunkte vor und betonten die Verbindung aus Forschung und Praxis.
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So wie hier Prof. Dr. Michael Müller (links im Bild) und Prof. Jörn Precht (rechts im Bild) ihren Gast, den Regisseur Roger Spottiswoode, umrahmen, treffen auch im IANA die Forschung ums Erzählen und das Geschichtenerzählen selbst aufeinander. Nicht nur in den Medien, auch in anderen gesellschaftlichen Kontexten wird das Erzählen in den letzten Jahren zunehmend wiederentdeckt: Ob Fernsehsender auch nichtfiktionale Formate narrativ planen, Unternehmen sich Gedanken machen, wie sie „ihre“ Story kommunikativ fruchtbar machen können, in Therapie und Beratung mit narrativen Formen experimentiert oder den Herausforderungen der Digitalisierung mit neuen cross- und transmedialen Erzählkonzepten begegnet wird – erzählt wird in tausend Gestalten, in unterschiedlichsten Kontexten, von einer Vielfalt an Erzählern.

Deutlich wurde diese Vielfalt auch bei der Wahl der Gäste am 11. Juli: Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Michael Titzmann startete mit einer Einführung in die Grundstrukturen des Erzählens, der Redakteur Wolfgang Oppenrieder berichtete von Movies und Serien im privaten deutschen Fernsehen und der Journalismusforscher Prof. Dr. Karl N. Renner führte in neue Formate des multimedialen Storytellings im digitalen Journalismus ein. Das Geschichtenerzählen in der Unternehmenskommunikation und Organisationsberatung thematisierte Dr. Hermann Sottong und bei Karin Franz stand die Praxis der Drehbuchförderung in Baden-Württtemberg auf dem Programm. Schließlich erzählte der Autor und Dozent Dr. Dennis Eick vom Storytelling in und mit den neuen Medien, bevor der Regisseur Roger Spottiswoode von seinen eigenen Erfahrungen des Erzählens in filmischen Bildern berichtete. 

Mit der Tagung „Erzählen in tausend Gestalten – Narration with a thousand faces“ vereinte das IANA erstmalig aktiv verschiedene Erzählkontexte und Erzählhaltungen und brachte mediales Erzählen in Film, Fernsehen, digitalen Medien und Journalismus an der Hochschule der Medien zusammen.

Einen Programmfolder zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen.